02 März 2014

☆Hörbuch☆ Bedeutung und Herkunft


Nachdem ich mich ja schon dem Thema Buch gewidmet habe möchte ich nun zum Thema Hörbuch  etwas schreiben.

Ein Hörbuch (auch Audiobuch, engl. audiobook) ist im engeren Sinn die Tonaufzeichnung einer Lesung. sie wird auf einem Speichermedium (CD,Schallplatte, Kassette, Festplatte) vertrieben oder zum Download als Audiodatei angeboten. Die Textfassungen, die gelesen werden, sind oft gegenüber der Buchfassung gekürzt. Features und Audioguides erscheinen ebenfalls als Hörbücher. Hörbuchverlage, Rundfunkanstalten und auch Blindenbüchereien produzieren und verkaufen Hörbücher.


Geschichte
Die Bezeichnung des Mediums geht auf die erste, 1954 bei der Deutschen Blindenstudienanstaltgegründete Blindenhörbücherei in Marburg zurück. Das Hörbild an sich war auf Tonwalzen oder Wachsplatten gespeichert bereits Ende des 19. Jahrhunderts entstanden. So inszenierte man 1890 unter dem Titel Die Beschießung von Paris ein zwei Minuten langes Hörbild des Deutsch-Französischen Kriegs. Die Aufzeichnung enthielt neben Marschmusik militärische Kommandos und Schlachtengeräusche. Bereits damals gab es Aufnahmen von Spielszenen, kurzen Lesungen oder humoristischen Einlagen.

Die Entwicklung des Phonographen sowie die ersten marktfähigen Schallplatten von Emil Berliner veränderten die Medienlandschaft zu Beginn des 20. Jahrhunderts (gemeinsam mit der Erfindung des Films und des Radios) enorm. In den 1920er-Jahren entwickelte sich bald ein Publikum für Tonaufzeichnungen, woraufhin die Schallplattenfirmen neben Musikern auch Schriftsteller und Kabarettisten unter Vertrag nahmen. Dichterlesungen von Thomas Mann oder Erich Kästner waren nun nicht mehr an einen Ort oder eine bestimmte Zeit gebunden − man konnte sie zu Hause zu jeder Zeit und beliebig hören.


Nach dem Zweiten Weltkrieg produzierte die Deutsche Grammophon erste Hörbücher. In Zusammenarbeit mit dem Theater entstand 1954 Goethes Faust I. Es folgten Schillers Kabale und Liebe, Jedermann von Hugo von Hofmannsthal oder Samuel Becketts Das letzte Band. Die Umsatzbeteiligung am Buchmarkt war in den folgenden Jahrzehnten noch gering.

1972 kam es zur ersten Kooperation mit den Rundfunkanstalten, die den Hörbuch- bzw. Hörspielproduktionen beachtliche Quellen an Archivaufnahmen zur Verfügung stellen konnten. Die avantgardistischen Hörbuchreihen der Deutschen Grammophon, des Luchterhand Verlags und der ARD scheiterten wegen finanziellen Misserfolgs, legten aber für das Zusammenwirken von Plattenfirmen, Buchverlagen und Rundfunkanstalten den entscheidenden Grundstein.

Ende der 1970er-Jahre löste die Hörkassette die Sprechplatte als Trägermedium ab. Aber auch in den 1980er-Jahren war der Markt noch nicht reif für Hörbucheditionen und so musste u. a. die 1987 gegründete Reihe des Rowohlt Verlags, Literatur für Kopfhörer, eingestellt werden. Zwar hatte Erich Schumm den ersten reinen Hörbuchverlag in Deutschland, der heute Steinbach sprechende Bücher heißt, bereits 1978 gegründet, doch erst ab 1990 gelang es dem Goldmann Verlag zusammen mit dem WDR, Krimihörspiele in einer Auflage von bis zu 30.000 Exemplaren zu veröffentlichen und dem Hörbuch den lang erhofften Durchbruch zu verschaffen. Beim CD-Vertrieb werden heute immer öfter zu den Audio-CDs zusätzliche Datenträger mit MP3-Fassungen der Hörbücher beigelegt, um das Abspielen am Computer und die Übertragung auf tragbare Abspielgeräte zu erleichtern.

In der Folge entstanden immer mehr Kleinverlage, die sich nun auch kunstvollen Produktionen erfolgreich widmen konnten. Mitte der 1990er-Jahre ersetzte die CD die Hörkassette als Tonträger. 1993 schlossen sich mehrere bekannte belletristische Verlage zusammen (unter anderem Suhrkamp, Hanser, Rowohlt) und gründeten den Hörverlag (DHV) in München, der mit einem Jahresumsatz von 16 Mio. Euro (2005) neben dem Berliner Audioverlag (DAV) die führende Position innerhalb der Hörbuchverlage einnimmt.

Gerade bei den großen Verlagen besteht die Tendenz, das Hörbuch als reine Zweitverwertung, im Sinne des Merchandising zu verstehen. Die wird damit begründet, dass die Werbeetats der Verlage nicht ausreichen, um ein Produkt allein als Hörbuch zu bewerben. Aufwändige Produktionen, die über eine reine Lesung hinausgehen, kommen daher in der Regel nur als Übernahmen aus den Rundfunkanstalten ins Programm.

Hörbuch-Autoren können Hörbücher auch auf Anforderung bzw. in Kleinst-Serien (unter 10 Stück) im Selbstverlag verlegen. Auch diese Hörbücher sind auf allen Plattformen online sowie im klassischen Buchhandel erhältlich.


Gattungen
  • Bei einem Hörbuch können acht Gattungen unterschieden werden. Dazu zählt das Hörbuch allgemein, das Sach-Hörbuch, das Lehr- Hörbuch, der Podcast, das Feature, der Audioguide und der Live-Mitschnitt.
  • Das Hörbuch im Allgemeinen ist in der Regel eine Lesung und dient so der Unterhaltung.
  • Ein Sach-Hörbuch ist sehr oft eine Lesung, die auch phasenweise Dialoge enthalten kann. Ein Sach-Hörbuch dient in der Regel zur Information und zur Unterhaltung.
  • Ein Lehr-Hörbuch basiert auf einem Drehbuch mit Lernmethodik. Lehr-Hörbücher enthalten zeitlich begrenzte Monologe, Dialoge, Trialoge und Gesprächsszenen. Sie dienen zur Aus- und Weiterbildung.
  • Der Podcast ist in der Regel eine Lesung. Ab und an nutzt der Podcast auch Dialoge als gestalterisches Mittel. Er dient hauptsächlich zur Kurzinformation.
  • Ein Feature ist in der Regel eine Lesung mit Dokumentarcharakter. Dadurch dient er hauptsächlich zur Information und trägt auch zur Unterhaltung bei.
  • Ein Audioguide ist eine Lesung, die auch Dialoge enthalten können. Audioguides dienen hauptsächlich zur Information.
  • Der Live-Mitschnitt ist eine Lesung zum Teil auch mit Dialogen und dient zur Information oder Unterhaltung.


Gestalterische Elemente  
Die verschiedenen Produktionsformen eines Hörbuches unterscheiden sich durch sieben verschiedene gestalterische Elemente. Dies sind die Sprache, der Text, die integrierten Geräusche, die Musik, Grafiken oder Zeichnungen, Bilder oder Videos sowie Tabellen und Formeln.

Bei der Sprache ist zu beachten ob ein oder mehrere Sprecher beteiligt sind, auf die Stimmlagen, ob männlicher Sprecher oder weibliche Sprecherin, ob Laien-Sprecher, ausgebildeter Sprecher/Moderator oder Schauspieler, auf die Integration von Sprachgefühlen und Emotionen sowie auf die Betonung.

Der Text ist das Verbindungsglied zwischen Inhalt, Hören und Verstehen des Textes. Es ist abhängig von der Produktionsform ob eine Kürzung sinnvoll ist oder nicht. So spricht für eine Kürzung immer dann, wenn kurz und präzise informiert bzw. gelernt oder gelehrt werden soll. Gegen eine Kürzung sprechen die Produktionsformen, die auf Grundlage eines Buches einzig/ausschließlich unterhalten wollen. Hörbücher im DAISY-Format bieten grundsätzlich die Möglichkeit des Hörens und des Mitlesens des Textes.

Geräusche dienen bei Hörbüchern als Träger der Verknüpfung. Jeder Mensch kennt zum Beispiel Geräusche aus dem Park, Straßenlärm, einem Handy, von einem Flugzeug oder von einem Öffnen einer Tür. Dadurch stellt das menschliche Gehirn Verknüpfungen zu bereits bekannten Erlebnissen her, welche für einen Hörbuchtext sehr gut genutzt werden können.

Die Integration von Musik in einem Hörbuch kann zum Beispiel Emotionen beim Hörer auslösen oder zur deutlichen Erkennung eines neuen Abschnittes beitragen.

Es ist möglich eine Vielzahl von Grafiken oder Zeichnungen zu beschreiben und so in einem Hörbuch als Text zu integrieren. Jedoch lässt sich so manches nur sehr kompliziert beschreiben und so dient dann das beigefügte Booklet zur Darstellung der Grafik oder Zeichnung. In einem Hörbuch im DAISY-Format sind Grafiken und Zeichnungen integrierbar.  

Bilder und Videos können nicht Bestandteil eines Hörbuches im Audio- bzw. mp3-Format sein. Bilder lassen sich nur in einem Hörbuch im DAISY-Format einfügen. Für Bilder müssen also die Booklets der Hörbücher genutzt werden.

Bei Tabellen und Formeln gestaltet sich die Realisierung in einem Hörbuch ähnlich wie bei Grafiken und Zeichnungen. Sie können beschrieben werden. In der Regel ist dies auch nicht so kompliziert, wie bei Grafiken oder Zeichnungen. Daher können sie sowohl im Text des Hörbuches als auch im Booklet enthalten sein. Auch bei den Tabellen und Formeln zeigt sich der Vorteil des DAISY-Formates, denn in Hörbüchern die dieses Format nutzen können Tabellen und Formeln integriert werden, die dann auch zum Lesen zur Verfügung stehen.

Einen Nachteil hat aber das DAISY-Format. Um es auf einem PC oder Laptop nutzen zu können muss eine spezielle Software installiert werden.  

(Quelle: Wikipedia)